Beim Sherry unterscheiden wir zwei verschiedene Grundtypen: Zum einen den trockenen
und strohgelben Fino und zum anderen den dunklen und körperreichen Oloroso.
Die Duftkomponenten reichen von Backhefe, Kaffee über Zwetschgen bis zu
Nüssen. Palpmino, Pedro Ximenez und Moscatel sind die drei weißen
Rebsorten, welche für Sherry Produktion zugelassen sind.
Erst durch die Zugabe von Aguardente, einem ganz besonderen Branntwein, macht
der Weißwein eine wunderbare Wandlung zum Sherry durch. Der so nach der
Gärung aufgesprittete Wein darf ausschließlich aus der Region um
Jerez de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Sanlucar de Barrameda im Südwesten
Andalusiens stammen.
Beim Fino, als der klassische und trockene Sherry, liegt die Besonderheit im
Ausbau durch die graugelbe Florhefe, welche sich auf der ganzen Weinoberfläche
ausbildet und so den Wein fast unter Luftabschluss reifen lässt. Die Verhinderung
von Oxidation verleiht ihm seine charakteristischen Aromen bei einem leicht
bitterem und salzigem Abgang.
Oloroso wird auf 17,5 V % mit Weinbrand aufgespittet und dies verhindert die
Bildung der Florhefe. Der Reifeprozess mit Sauerstoff-Kontakt gibt ihm seine
dunkle Farbe und seinen würzigen Geschmack mit nussigen Aromen.
Die Weine werden anschließend in Fässer gezogen und verbleiben anschließend
mindestens drei Jahre im Solera-System, bevor sie in den Handel kommen. Topqualitäten
weisen Reifezeiten bis 8 Jahre auf. Unter Solera verstehen wir bis zu fünf
Fassreihen übereinander aufgestapelt, wobei sich oben der junge Wein befindet
und unten der gereiftere.
Ein bis zweimal im Jahr wird aus den ältesten Fässern abgezapft und
die fehlende Menge dann aus dem nächstjüngeren Fass nachgefüllt.
Die entnommene Qualität des Weines bleibt konstant, da der jüngere
und frisch zugeführte Wein rasch die komplexen Aromen des Altweines annimmt.
Bei uns wird Sherry meist nur als Aperitif oder Digestif gereicht, in seinem
Heimatland aber ist er Essensbegleiter über das ganze Menü. Die Sherryvielfalt,
im Gaumen von staubtrocken bis üppig süß, kann zu vielen Speisen
serviert werden.
Der trockene Manzanilla und der Fino verstehen sich hervorragend mit Meeresfrüchten
und hellem Fisch, aber auch mit asiatischen Speisen, während die Olorosos
als eine perfekte Ergänzung zu dunklem Fleisch, Wild und geschmortem jeder
Art einhergehen.