Grappa [italienisch, Traube] ist ein Tresterbranntwein mit 40 bis 50 Volumenprozent
Alkohol. Genau genommen ist Grappa ein Nebenprodukt der Weinerzeugung. Nach
dem Auspressen der Maische bleibt Trester übrig. Dieser enthält nur
Traubenschalen, Stiele und Stengel von den Weinreben sind nicht enthalten.
Grappa ist ausschließlich italienischer Herkunft. Dieses Recht ist sogar
verbrieft und in der EG-Verordnung über Spirituosen festgeschrieben. Die
Rebsorte entscheidet massgeblich über den Geschmack des Erzeugnisses, zudem
aber auch die späte Reifung des Destillats.
Zur Grappagewinnung werden vornehmlich nur einige wenige Rebsorten verwendet.
Die wichtigsten sind Gewürztraminer und Moscato, Müller-Thurgau, Riesling,
Chardonnay, Pinot Noir oder Sauvignon Blanc.
Grappa ist ein einzigartiges und kostbares Destillat und nur eine gute Ausstattung
und das Geschick eines erfahrenen Brennmeisters bringen eine hohe Qualität
und einen ausgezeichneten Charakter hervor. Die Grappabrennereien verkaufen
an die verschiedenen Abfüller und diese mischen ihn nach eigenen Rezepten.
Die Art und Dauer der Lagerung, sowie eventuelle Zugaben von Aromastoffen sorgen
unter anderem für Geschmacksunterschiede. Je länger er in Holzfässern
ruht, desto mehr und mehr nimmt er mit der Zeit die bernsteinfarbene Tönung
an.
Nach den Gesetztesvorschriften muss ein Grappa mindestens sechs Monate gelagert
werden, bevor er in den Handel kommt. Hat er bereits über 12 Monate im
Holzfass verbracht, trägt er die Bezeichnung „Vecchia“. Als
„Riserva“ oder „Stravecchia“ (uralt) wird er bezeichnet,
wenn die Lagerungszeit mehr als 18 Monate betragen hat. Im Unterschied zu Wein,
reift Grappe in der Flasche nicht nach.
Wenn er pur genossen wird, beträgt die optimale Trinktemperatur 18 bis
20° C, junger Grappa kann auch etwas kühler getrunken werden.